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Professionelle Verarbeitung von Polyurea Technik – Training – Service bei b&m

Vorbereitungen für Polyharnstoff-Beschichtung
Eine Polyharnstoff-Beschichtung ist eine widerstandsfähige, wasserdichte und schnell aushärtende Kunststoffbeschichtung. Sie wird durch das Ansprühen zweier Komponenten auf eine Oberfläche aufgetragen.

Beschichtungen mit Polyurea: Eine Polyharnstoff-Beschichtung, auch Polyurea genannt, ist eine extrem widerstandsfähige, wasserdichte und schnell aushärtende Kunststoffbeschichtung. Sie wird durch das Ansprühen zweier Komponenten auf eine Oberfläche aufgetragen und bietet Schutz vor Abrieb, Stoß-belastungen, Chemikalien und Korrosion. Polyharnstoff findet Anwendung als Beschichtung für Böden, Dächer, Brücken, Beton- und Stahlkonstruktionen (hier vor allem Wasser- und Abwassermanagement) sowie in Parkhäusern und Schwimmbecken

Die Anlage muss ebenerdig stehen.
Die Anlage muss ebenerdig stehen. Die Materialversorgung (Komponenten A + B) erfolgt mittels pneumatischer Zuführpumpen aus 200-Liter-Fässern. So werden Stamm- und Härtermaterial zu den Pumpen der pneumatisch betriebenen Spritzanlage zugeführt.

In Sarajevo, Bosnien, bestand die technische Herausforderung des Teams der b&m GmbH aus Oberteuringen darin, mehrere Flachdächer neuer Bungalows effizient und nachhaltig abzudichten. Um den Anforderungen an Witterungsbeständigkeit, mechanische Belastbarkeit und Haltbarkeit gerecht zu werden, entschied sich das ausführende Team für den Einsatz einer  Polyurea – Beschichtung. Polyurea ist eine Kunststoffbeschichtung, durch chemische Reaktionen zweier Komponenten (lsocyanat und Polyamin) eine wasserdichte und hochresistente Schutzschicht bildet. Diese erfüllt die Kriterien aktueller Baustandards und Sicherheitsvorschriften, ins-besondere im Bereich Korrosionsschutz (gemäß ISO 12944) und Bauabdichtungen (DIN EN 1504, DIN 18195).

Materialeigenschaften und Einsatzpotenziale

Polyurea zeichnet sich durch einige Vorteile aus, die im Bautenschutz von zentraler Bedeutung sind. Wichtige Eigenschaften um-fassen eine schnelle Aushärtungszeit (weniger als 10 Sekunden), hohe mechanische Belastbarkeit (Abrieb- und Stoßfestigkeit), thermische Stabilität sowie eine herausragende chemische Resistenz. Diese Materialeigenschaften machen Polyurea zu einem bevorzugten Schutzmaterial für wasserführende Bauwerke, Parkhäuser, Schwimmbäder und Brücken sowie für Abdichtungen im Flachdachbereich.

Gemäß den Anforderungen der europäischen Norm DIN EN 1928 für Wasserdichtheit konnte mit Polyurea die dauerhafte Abdichtung der beschriebenen Bungalow-Dächer sichergestellt werden. Darüber hinaus entspricht es den Vorschriften für emissionsarme Materialien nach der DecoPaint-Richtlinie 2004/42/EG, da bei der Verarbeitung keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) frei-gesetzt werden.

Vorbereitungen
Mit entsprechender Technik, einer 2-Komponenten-Spritzanlage, Zuführpumpen, beheizten Schlauchpaketen und einer 2-K-Misch- und Sprühpistole lassen sich Flächenleistungen von 100 bis 150 m2/Stunde erreichen.

Verarbeitungstechnologie

Die Abdichtung wurde mit einer modernen 2-Komponenten-Spritztechnologie durchgeführt, die speziell für Polyurea entwickelt wurde

Solche Anlagen sind gemäß DIN EN ISO 12100 sicherheitstechnisch zertifiziert und erfüllen die Anforderungen an maschinelle Verarbeitungssysteme. Mithilfe der Spritztechnik konnten Flächenleistungen von 100 bis 150 Quadratmetern pro Stunde erreicht werden, gestützt durch folgende technische Merkmale:

  • Beheizte Schlauchpakete mit einer maximalen Länge von 90 Metern, was die Materialförderung über mehrere Etagen hinweg ermöglicht. Dies gewährleistet eine effektive Verarbeitung ohne zusätzliche Logistik.
  • Pneumatische Zuführpumpen, die direkt aus 200-Liter-Fässern die Komponenten A (lsocyanat) und B (Polyamin) zur Mischpistole fördern (Abb. 3). Dieser Prozess war konform mit den Vorgaben der REACH-Verordnung für Chemikalien sicherzustellen, dass die Materialien ordnungsgemäß gehandhabt und transportiert werden.
  • Misch- und Sprühpistole, die die beiden Komponenten unter einem Druck von bis zu 2.000 PSI vereinte, und gemäß den Vorgaben der ISO 9227 korrosionsresistente Beschichtungen erzielte.

Wichtig zu beachten ist, dass eine exakte Materialmischung und Temperaturkontrolle unabdingbare Voraussetzungen für die erfolgreiche Verarbeitung von Polyurea darstellen. Eine unzureichende Kalibrierung und Wartung der Spritzanlage kann beispielsweise zu fehlerhaften chemischen Reaktionen führen, was negative Auswirkungen auf die Haftung und Langlebigkeit der Beschichtung haben könnte. Diese Aspekte sind gemäß den technischen Richtlinien der Polyurea Development Association (PDA) zwingend zu beachten.

Die Anlage verfügt über eine intelligente Elektronik, die dem Bediener alle laufenden Daten auf ein visuell einfach zu nutzendes Display übermittelt.

Klimatische Herausforderungen und Lösungen

Polyurea bietet durch seine thermische Stabilität und Verarbeitungstoleranz eine breite Einsatzfähigkeit selbst unter schwierigen klimatischen Bedingungen. Gemäß den Datenblättern führender Hersteller liegt der zugelassene Temperaturbereich für die Verarbeitung zwischen +5 •c und +40 °C, während die relative Luftfeuchtigkeit bis zu 85 Prozent betragen darf.

Diese Parameter sind nicht nur durch Herstellerangaben, sondern auch durch wissenschaftliche Studien und Prüfberichte (z. B. nach ISO 4647, die die Klimatoleranzen von Beschichtungsmaterialien behandelt) belegt.

Am Einsatzort Sarajevo, wo wetterbedingte Temperaturschwankungen auftreten können, wurde durch entsprechende Vorwärmung des Untergrunds und Temperaturkontrollen innerhalb der Spritzanlage sichergestellt, dass optimale Verarbeitungskonditionen eingehalten wurden.

Verarbeitung im Spritzverfahren
Verarbeitung im Spritzverfahren - das Material wird in der Pistole gemischt und im Airless-Verfahren aufgesprüht. Das heißt, für die Zerstäubung ist nur Materialhochdruck und keine Luft erforderlich.

Qualitätssicherung und Schulung

Die fachgerechte Nutzung der Polyurea-Beschichtung und der Spritztechnologie wurde durch eine umfassende Schulung der lokalen Verarbeiter gewährleistet. Das Anwendungsteam führte vor Ort eine praktische Einführung in die korrekte Handhabung und Kalibrierung der Spritzanlage sowie die sachgerechte Oberflächenvorbereitung durch.
Während das Material die Anforderungen der oben genannten Normen erfüllte, trug die Schulung dazu bei, die Anwendung gemäß den Arbeitssicherheitsrichtlinien der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der TRGS 430 (Umgang mit lsocyanaten) sicherzustellen. Insbesondere bei der Arbeit mit Polyurea müssen persönliche Schutzausrüstungen (PSA) wie Atemschutzgeräte, Schutzbrillen und Handschuhe getragen werden, um empfindliche Haut und Atemwege vor dem Kontakt mit lsocyanat-Komponenten zu schützen.

Projektergebnis und Fazit

Die Abdichtungsarbeiten der Bungalows in Sarajevo erwiesen sich als erfolgreich und zeigten die Effizienz und Qualität der ausgewählten Beschichtung sowie ihrer Verarbeitung mit moderner Spritztechnologie. Die hohe chemische und mechanische Beständigkeit des Materials gewährleistet eine langfristige Abdichtung
und Schutz der Flachdächer.

Aufgrund seiner geringen Emissionen und lösungsmittelfreien Charakteristika erwies sich der Einsatz des Materials zudem als umweltfreundlich, was den aktuellen Trends in der Bauindustrie entspricht. Polyurea setzte sich in diesem Fall durch, da es im Vergleich zu Alternativen wie Epoxidharzen und Polyurethan eine deutlich schnellere Bearbeitung und Aushärtung sowie überlegene technische Eigenschaften bietet. Trotz technischer Herausforderungen wie der sensiblen Mischungsverhältnisse und klimatischen Bedingungen konnten durch die Einhaltung relevanter Normen und Vorschriften sowie durch eine professionelle Schulung der Verarbeiter die Projektrisiken minimiert und die Baustelle effizient abgeschlossen werden. Dieses Verfahren entspricht den Anforderungen und Richtlinien führender internationaler Normen wie DIN EN 1504, ISO 12944 und der REACH-Verordnung und gilt als Musterbeispiel für nachhaltige Abdichtungslösungen.

Dieses Projekt verdeutlicht den Einsatz von Polyurea als wegweisende Technologie im Bereich nachhaltiger und hochleistungsfähiger Baustoffanwendungen. Zukünftige Entwicklungen, etwa im Bereich der automatisierten Verarbeitung und Recyclingfähigkeit, könnten die Anwendungsmöglichkeiten und die Umweltfreundlichkeit der Beschichtung weiter optimieren und eine noch breitere Anwendung in der Bau- und lnfrastrukturindustrie ermöglichen.

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